Der Werk­ka­ta­log 2025

Der Werk­ka­ta­log 2025 mit den neue­sten Gemäl­den von Gior­gio Avan­ti und lite­ra­ri­schen Tex­ten ver­schie­de­ner Autorin­nen und Autoren 

«Die Far­be ist die Taste. Das Auge ist der Ham­mer. Die See­le ist das Kla­vier mit vie­len Sai­ten. Der Künst­ler ist die Hand, die durch die­se oder jene Taste zweck­mäs­sig die mensch­li­che See­le in Vibra­ti­on bringt.» – Was­si­ly Kan­din­sky, Über das Gei­sti­ge in der Kunst, 1911.

Manch­mal, in die­sem ver­gan­ge­nen Jahr, hat­te ich das Gefühl, mein gan­zes Dasein sei nur noch ein Ohr. Ein gros­ses, auf­ge­spann­tes Ohr. In Ernen zum Bei­spiel, hoch oben im Wal­lis, wo die Stil­le nicht die Abwe­sen­heit von Klang ist, son­dern sein Ursprung. Aus ihr her­aus hob András Schiff in der Berg­kir­che Schu­manns Fan­ta­sie op. 17 in C-Dur an, und plötz­lich war das kei­ne Musik mehr, die er da ent­schlüs­sel­te, son­dern ein gan­zer Mensch. Bebend, kämp­fend, tri­um­phie­rend – lie­bend. Die­ses Vibrie­ren liess mich nicht mehr los. Es zog mit mir zurück ins Haus, setz­te sich mir gegen­über, und gemein­sam schau­ten wir aus dem Fen­ster auf das Ober­aar­horn und das Fin­steraar­horn. So ent­stand das Gemäl­de opus 17 – mein Ver­such, ein musi­ka­li­sches Beben in eine geo­lo­gi­sche Form zu gies­sen.

Das Jahr war vol­ler sol­cher Vibra­tio­nen. Da waren die Gesprä­che im Lager in Zug, wenn jemand vor einem Bild ste­hen blieb und ein­fach nur «Ah» sag­te. Die­ses «Ah» ist der schön­ste Akkord. Da waren die Kon­zer­te in Zürich, in Luzern und in der Kar­tau­se Ittin­gen, die mir nachts die Far­ben in den Kopf setz­ten. Und dann der Farb­sturm in der Luzer­ner Gale­rie Mül­ler – mein lau­tes, fröh­li­ches Gebrüll gegen das bedroh­li­che Grol­len da draus­sen in der Welt. In Win­ter­thur stand ich vor Vallot­tons Illu­si­ons per­dues und dach­te: Ja, genau so. So scharf und trau­rig und schön kann das sein.
Ich ging ins Enga­din, um Segan­ti­nis Licht abzu­ho­len – und kam mit dem mei­nen zurück.

Ein pro­duk­ti­ves Jahr, sagt man dann. Ein gutes Jahr. Durch­weht von Licht, getra­gen von Musik, eine bestän­di­ge Suche nach der rich­ti­gen Taste, um die Sai­ten in uns in Vibra­ti­on zu ver­set­zen.

Gior­gio Avan­ti, Janu­ar 2026

Soeben ist der Werk­ka­ta­log 2025 erschie­nen. In ihm sind alle Arbei­ten von Gior­gio Avan­ti, die im ver­gan­ge­nen Jahr ent­stan­den sind, ent­hal­ten. Die epi­schen und lyri­schen Begleit­tex­te unter­ma­len den Sinn­ge­halt der Land­schafts­ge­mäl­de und öff­nen einen wei­te­ren Zugang zu Avan­tis Welt der Far­ben.


Bestel­lun­gen der Werk­ka­ta­lo­ge 2011 bis 2025 zum Preis von je CHF 25 (inkl. Por­to und Ver­packung) rich­ten Sie bit­te an
giorgio.avanti@bluewin.ch

Die ein­zel­nen Werk­ka­ta­lo­ge sind auf der Web­site in der Rubrik Works als PDF abruf­bar.

lie­ber herr avan­ti
was für eine schö­ne publi­ka­ti­on
die ich erhal­ten durf­te
vie­len dank

ich fin­de ihre male­rei wun­der­schön
und erfreue mich an jedem bild
das unse­re umge­bung berei­chert

herz­li­che grüs­se
rudi bin­del­la